September/ Oktober 2013

Schulsozialarbeit ist eine wichtige Aufgabe

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

eine gute Schule muss heute auch die Lebensumwelt von Kindern und Jugendlichen in ihren Unterricht und ihre erzieherische Arbeit einbeziehen. Besonders an den Schulen geht die veränderte gesellschaftliche Entwicklung nicht spurlos vorbei. Sie werden seit den 90er Jahren mehr und mehr als wichtiger Lebensort von Kindern und Jugendlichen begriffen, der weit mehr als reiner Lernort ist. Um dies leisten zu können, brauchen sie zusätzliche Unterstützung.

Schulsozialarbeitern kommt hierbei eine wichtige Aufgabe zu. Sie begleiten die Schüler/innen durch ihren Schulalltag über mehrere Jahre hinweg und stellen dabei zusätzliche pädagogische Unterstützung für die Schule dar. Die Lebenswelt und Probleme aus den unterschiedlichen Blickwinkeln von Lehrern und Schulsozialarbeitern zu betrachten, ist nicht nur im Interesse von Schülern, Eltern und Lehrern. Auch die Vernetzung bestehender Angebote von Jugendamt und freien Trägern der Jugendhilfe sowie Vereinen, Betrieben, Kirchen und dem Arbeitsamt etc. durch den Schulsozialarbeiter und damit auch die Entwicklung und Koordinierung regionaler Netzwerke und lokaler Bildungslandschaften bietet den Schülern die Perspektive, sich während und auch nach der Schulzeit in seinem sozialen Umfeld zu orientieren.

Somit fördert Schulsozialarbeit aktiv die Chancen auf Teilhabe und verbessert die Bildungssituation junger Menschen konkret. Diese werden frühzeitig unterstützt, um die Anforderungen in der Schule besser meistern zu können, einen Schulabschluss zu erhalten und den Übergang in den Beruf zu bewältigen.

In Ludwigshafen haben wir bisher sehr gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Schulsozialarbeiter gemacht. Es sind 19 Personen an 36 Schulen mit hohem Engagement tätig.

Leider ist die Weiterführung momentan mehr als gefährdet, da dieses Programm immer noch des Status eines Projektes hat und damit die Finanzierung nicht nachhaltig sichergestellt ist. Momentan läuft die Finanzierung bis Ende 2013 über Bundesmittel. Befristete Stellen lassen aber keine Planungssicherheit zu. Dies gilt insbesondere für die Schulentwicklung in Bezug auf Realschule plus und IGS. Auch das Übergangsmanagement von Grundschulen in weiterführende Schulen wäre damit nicht weiter umsetzbar.

Ein weiterer wichtiger Baustein stellt das Übergangsmanagement Schule Beruf dar. Dieser Zeitraum ist eine wichtige Phase im Leben eines Menschen. In den letzten Jahren konnte gerade mit dem KÜM Modell (Kooperatives Übergangsmanagement, 2008 - 2013)  die Übergangsquote junger Menschen in ungeförderte Ausbildung oder in den Beruf deutlich erhöht werden. Auch hier ist es bedauerlich, dass ein so erfolgreiches Projekt nicht als Regelprogramm weitergeführt werden konnte. Momentan wird mit enormem Engagement an der IGS Edigheim und an der Realschule+ Am Ebertpark versucht den Schülerinnen und Schülern diese Unterstützung weiter zukommen zu lassen.

Die geleistete und deutlich sichtbare Präventionsarbeit an Schulen macht  eine Zusage der weiteren Fortführung der Programme zum jetzigen Zeitpunkt notwendig. Ein weiteres Abwarten bis nach den Bundestagswahlen bewirkt, dass gute Programme nicht mehr weitergeführt werden und deren Nachhaltigkeit mehr als gefährdet ist. Diese Unsicherheit ist für alle Beteiligten unerträglich.

Herzlichst

Ihre

Heike Scharfenberger

 

 
 

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