Stadtratsfraktion Ludwigshafen

Kommunen benötigen verlässliche Finanzierung

SPD-Fraktionen aus Mannheim und Ludwigshafen drängen auf schnelle und nachhaltige Unterstützung von Bund und Ländern. Beide Kommunen befinden sich am Rande der Handlungsfähigkeit.

Im Rahmen eines Arbeitstreffens haben sich die SPD-Gemeinderatsfraktion Mannheim und die SPD-Stadtratsfraktion Ludwigshafen diese Woche über die prekären Haushaltslagen sowie die historisch hohen Liquiditätslücken ihrer Kommunen ausgetauscht. Für beide Fraktionen ist klar: Ohne eine grundlegende Reform der Kommunalfinanzierung wird der Handlungsspielraum der Städte zunehmend kleiner und die öffentliche Daseinsvorsorge gerät kritisch unter Druck.

Längst sind die Folgen im Alltag der Bürgerinnen und Bürger angekommen. Insbesondere Familien sowie Kinder und Jugendliche bekommen die Sparmaßnahmen unmittelbar zu spüren, wenn Angebote eingeschränkt oder ganz eingestellt und Gebühren erhöht werden müssen. Betroffen sind Einrichtungen und Institutionen, die die Städte lebenswert machen und für Zusammenhalt sorgen. „Wir stehen schon immer dafür ein, dass insbesondere soziale Infrastruktur und Angebote für Familien und den Nachwuchs erhalten bleiben. Der Druck wird aber immer größer“, verdeutlicht die Fraktionsvorsitzende der SPD im Ludwigshafener Stadtrat, Julia May.

„Die Kommunen sind das Rückgrat unseres demokratischen Gemeinwesens. Sie sorgen dafür, dass Kitas, Schulen, öffentlicher Nahverkehr, Kultur, Sport und soziale Infrastruktur funktionieren. Jetzt steht die komplette kommunale Ebene finanziell an einem Kipppunkt. Bund und Länder übertragen stetig neue Aufgaben, ohne die dafür notwendigen finanziellen Mittel dauerhaft bereitstellen. Dieses Ungleichgewicht muss sofort beendet werden und Bund und Länder endlich Verantwortung übernehmen“, so der Fraktionsvorsitzende der SPD im Mannheimer Gemeinderat, Reinhold Götz.

Mit Blick auf die Ergebnisse der jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz zeigen sich beide Fraktionen ernüchtert. Die vereinbarten Maßnahmen blieben weit hinter den Erwartungen zurück und gehen nicht den Kern der Problematik an.

„Die Maßnahmen sollen erst im Herbst greifen – das reicht nicht aus. Unsere Haushalte brauchen jetzt eine spürbare Entlastung und nicht erst in einem Vierteljahr“, betont Reinhold Götz. „Die angedachte Veränderung der Konnexitätsregelungen hilft zudem nur, wenn sie bereits geltende Gesetze miteinbezieht. Diese haben maßgeblich Anteil am aktuellen Rekorddefizit. Außerdem wurde erneut die Chance vertan, die Finanzierung der Kommunen strukturell weiterzuentwickeln. Weder unsere Abhängigkeit von der Gewerbesteuer noch eine mögliche Beteiligung der Kommunen an der Umsatzsteuer wurden ernsthaft angegangen.“ Julia May ergänzt: „Wenn die Länder gegenüber dem Bund auf das Prinzip ‚Wer bestellt, bezahlt‘ pochen, dann ist das absolut richtig – muss aber auch im Verhältnis der Länder zu den Kommunen gelten“.

Bis dato alleingelassen werden Mannheim und Ludwigshafen auch mit einem beispiellosen finanziellen Kraftakt: der notwendigen Sanierung der beiden Rheinbrücken. Das Bundesverkehrsministerium hat einer finanziellen Beteiligung an der Ertüchtigung von Kurt-Schumacher-Brücke und Konrad-Adenauer-Brücke erst kürzlich eine Absage erteilt. Aus Sicht beider SPD-Fraktionen ist das nicht nachvollziehbar.

„Die Rheinbrücken sind das Rückgrat der Mobilität und der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar. Es kann nicht sein, dass zwei finanziell hoch belastete Städte alleine die Ertüchtigung einer Infrastruktur stemmen sollen, die weit über ihre Grenzen hinaus von zentraler Bedeutung ist“, so Reinhold Götz. „Das Beispiel der Autobahnbrücke Bonn-Nord zeigt: Wenn es sprichwörtlich fünf nach zwölf ist, fließt vom Bund plötzlich Geld. Wir erwarten, dass die Rheinbrücken nicht erst zum Krisenfall werden müssen, bevor gehandelt wird.“

Die Sanierung der Kurt-Schumacher-Brücke wird auf etwa 60 Mio. Euro geschätzt. Ein erforderlicher Ersatzneubau der Konrad-Adenauer-Brücke würde mit 300 Mio. Euro zu Buche schlagen. „Das sind Summen, die ohne Berlin in keinster Weise zu stemmen sind. Für was haben wir ein Sondervermögen Infrastruktur? Der Bund muss hier ganz klar Farbe bekennen“, fordert Julia May – und fügt aus noch aktuellerem Anlass hinzu: „Dann können wir Brücken in Zukunft tatsächlich dann eröffnen, wenn sie auch wirklich fertig sind…“

 

SPD gratuliert Barbara Baur zum 80. Geburtstag
Am 17. Juni dieses Jahres vollendet die ehemalige Oggersheimer Ortsvorsteherin und Stadträtin Barbara Baur ihr 80. Lebensjahr. Die in Dalheim, Kreis Mainz geborene Jubilarin kam bereits im Jahr 1947 nach Ludwigshafen und wuchs in der Innenstadt auf. Seit 1980 ist Baur in der SPD und wurde 2009 erstmals in den Ortsbeirat Oggersheim gewählt. Sie wurde stellvertretende Ortsvorsteherin und in der folgenden Kommunalwahl 2014 wählte sie die Oggersheimer Bürgerschaft in der Direktwahl zur Ortsvorsteherin. Ihre bürgernahe Arbeit mit steter Präsenz im Stadtteil zeichnete Baur in den fünf Jahren ihrer Amtszeit aus. Immer ansprechbar für die Belange des Stadtteiles und der Bürgerschaft. 2019 trat sie aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl an. 

Von 2012 bis 2019 war Baur Mitglied im Ludwigshafener Stadtrat. Hier hat sie die SPD im Sozial-, Umwelt-, Kultur- und Bau- und Grundstücksausschuss vertreten. Außerdem war Baur stellver-tretendes Mitglied im Werkausschuss der Wirtschaftsbetriebe Ludwigshafen. Ein besonderes Anliegen war ihr, dass auch auf dem Oggersheimer Friedhof ein entsprechender Bereich für naturnahe Bestattungen realisiert wurde. Seit 2024 ist sie wieder im Oggersheimer OBR aktiv, hier wurde sie von der Bürgerschaft mit vielen persönlichen Stimmen wieder in das örtliche Gremium gewählt. 

Baur ist Vorstandsmitglied der SPD AG 60 Plus Unterbezirk Vorderpfalz und des SPD Ortsvereins Oggersheim. Sie war viele Jahrzehnte im Vorstand des Radfahrervereins Oggersheim und der ARGE Oggersheimer Vereine tätig. Im Jahr 2005 wurde sie mit der Sportehrennadel der Stadt Ludwigshafen ausgezeichnet. 1996 wurde ihre prämierte Idee für die Gestaltung des Oggers-heimers Marktbrunnens mit den drei ehemaligen Oggersheimer Stadttoren auf dem Schillerplatz realisiert. 

Julia May, Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion und Gregory Scholz, MdL und Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes loben Barbara Baur für ihre nach wie vor vorhandene Einsatzbereitschaft. Ihr jahrelanges Engagement für die Bürgerinnen und Bürger und unsere sozialdemokratischen Werte gebührt Dank und Anerkennung. Die SPD wünscht Barbara Baur für die kommenden Jahre alles erdenklich Gute, so Gregory Scholz und Julia May.
Zugang zum Freibad erleichtern
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Die SPD-Stadtratsfraktion Ludwigshafen setzt sich für einen erleichterten und barrierefreieren Zugang zum Freibad am Willersinnweiher ein. Mehrere Verbesserungen hat die Fraktion daher zunächst zum kommenden Sportausschuss beantragt, darunter einen ausreichend breiten Zugang für Rollstuhlfahrer und schnelleren Einlass für Dauerkartenbesitzer.

„Der Zugang im Kassenbereich ist zu eng gestaltet, so dass Rollstuhlfahrer oft nochmals warten müssen, bis ein Bademeister kommt und das größere Tor öffnet. Auch Familien, die mit Bollerwägen ihre Sachen transportieren, haben hier Schwierigkeiten und müssen teilweise die Räder abmontieren“, verdeutlicht der sportpolitische Sprecher und Fraktionsvize Christian Schreider. Gerade bei gutem Wetter und großem Interesse der Badegäste sei der Zugang ein Nadelöhr. „So müssen Dauerkartenbesitzer bisweilen lange anstehen, obwohl sie nicht bezahlen müssen und man für sie daher einen schnelleren und erleichterten gesonderten Zugang einrichten könnte“, ergänzt Stadträtin Martina Blaufuß: „Zudem entstehen bei großem Andrang oft Parkplatz-Probleme, so dass eine Öffnung des Parkplatzes Richtung Froschlache sinnvoll ist.“ Die Verbesserungen sollen möglichst bereits zur nächsten Badesaison umgesetzt werden.


 

SPD-Stadtratsfraktion fordert Prüfung wohnortnaher Alternativstandorte für die geplante Kita am Alwin-Mittasch-Platz
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Die SPD-Stadtratsfraktion fordert die Verwaltung auf zu prüfen, welche Flächen im näheren Umfeld des Alwin-Mittasch-Platzes als Alternativstandorte für die geplante Errichtung einer neuen Kindertagesstätte infrage kommen.

Angesichts der aktuellen Situation rund um den ursprünglich vorgesehenen Standort ist es aus Sicht der SPD notwendig, auch weitere geeignete Flächen in den Blick zu nehmen. Hintergrund ist der anhaltende Widerstand einer Bürgerinitiative gegen den derzeit geplanten Standort am Alwin-Mittasch-Platz.

„Der Ausbau der Kinderbetreuung ist dringend notwendig und hat für uns hohe Priorität. Gleichzeitig dürfen berechtigte Anliegen aus der Bürgerschaft nicht ignoriert werden“, erklärt Julia May, Fraktionsvorsitzende der SPD Ludwigshafen.

Auch Sylvia Weiler, baupolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion, betont: „Eine mögliche Alternative darf nicht einfach irgendwo im Stadtgebiet liegen. Es braucht eine geeignete Fläche in der Nähe des bisherigen Einzugsgebiets, damit Familien keine unzumutbar langen Wege in Kauf nehmen müssen.“

Nach Auffassung der SPD sollte der aktuelle Konflikt Anlass sein, die bisherige Standortentscheidung nochmals zu überprüfen und mögliche Alternativen im Einzugsgebiet systematisch zu untersuchen. Ziel ist es, eine tragfähige Lösung zu finden, die sowohl den Bedarf an Kita-Plätzen deckt als auch eine möglichst breite Akzeptanz vor Ort erreicht.

Die SPD hat hierzu einen entsprechenden Antrag an die Verwaltung gerichtet und erwartet eine zeitnahe sowie transparente Darstellung der geprüften Optionen und weiterer möglicher Flächen im wohnortnahen Umfeld.