Juli/August 2011

SPD-Forderung bestätigt. Frühe Hilfen für Familien wichtig und richtig

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die neu erschienene Studie zur Rentabilität früher Hilfen hat einmal mehr bewiesen, wovon die SPD-Fraktion seit Langem überzeugt ist: Prävention zahlt sich aus. Und zwar nicht nur unter ideellen und sozialen Gesichtspunkten, sondern auch rein finanziell!

Wenn ein Paar durch eine Schwangerschaft zu einer Familie wird, ist das immer eine einschneidende Veränderung, die neue Herausforderungen mit sich bringt. Oft sind gerade junge Menschen mit dieser neuen Aufgabe überfordert, weil ihre eigene Lebenssituation aus den verschiedensten Gründen schwierig ist, oder sie in ihrer Familie und dem sozialen Umfeld keine Unterstützung bekommen. Das von der SPD von Anfang an unterstützte Projekt „Guter Start ins Kinderleben“, eine Kooperation zwischen St. Marienkrankenhaus und städtischer Jugendhilfe, arbeitet seit 2007 an der Verbesserung des Hilfeangebots für junge Familien in schwierigen Lebenssituationen, um ihnen von der Geburt des Kindes an die für sie passende Unterstützung zu bieten. Dabei ist das Ziel nicht die Überwachung oder Kontrolle der Familien, sondern dort zu unterstützen, wo die Hilfe durch Experten gebraucht wird.

Als Beispiele sind der Einsatz von Familienhebammen, amilienpädagogische Maßnahmen und lebenspraktische Bildungsangebote zu nennen, die Schlüsselqualifikationen herausbilden, wie das Einkaufen von frischen Zutaten und Zubereiten von Speisen für das Kind. Dieses positive Verständnis der Jugendhilfe und des Gesundheitswesens setzt sich immer mehr durch und der Erfolg des „Guten Starts“ ist nun auch wissenschaftlich belegt:

Auf Basis der Daten aus Ludwigshafen wurde durch die Universität Gießen nun zum ersten Mal in Deutschland untersucht, wie sich eine Hilfe auswirkt, die schon ab oder sogar vor der Geburt ansetzt. Vergleicht man die Effektivität und die Kosten dieser frühen Hilfe mit Maßnahmen, die erst erfolgen, wenn Probleme im Kindergarten oder in der Schule erkannt werden, so ergeben sich eklatante Unterschiede: jeder Euro, der in die frühe Hilfe investiert wird, spart bis zum 34 fachen einer späteren Hilfe. Ein Beispiel früher Hilfe ist das Familiennest im St. Annastift bereits seit 10 Jahren. Dieses Angebot in eine Familientagesklinik zu entwickeln, wäre ein Ansatzpunkt, bei dem auch das Gesundheitswesen seinen Beitrag leisten müsste. Leider ist die Finanzierung durch die Gesundheitshilfe mit der aktuellen kommunalfeindlichen Bundespolitik nicht gesichert.

Ludwigshafen gibt jährlich über 21 Millionen Euro für Hilfen zur Erziehung aus. Auf diese Hilfen haben die betroffenen Familien einen Rechtsanspruch, weshalb hier nicht eingespart werden kann, sondern sinnvoll umgeschichtet werden sollte. Die aufgemachte Rechnung zeigt, dass durch eine früh ansetzende Hilfe den Familien besser geholfen werden kann, die Kinder bessere Chancen auf einen gelingenden Lebenslauf haben und zudem hohe Folgekosten gespart werden können!

Die SPD-Fraktion setzt sich bewusst auch in Zukunft für die Ausweitung der Präventionsarbeit ein. Es ist falsch, die Prävention in Sachen Kindeswohl als wünschenswerte zusätzliche Leistungen zu verstehen, auf die man in Zeiten leerer Kassen verzichten kann. Die Folgen, wenn das Leben eines Kindes erst aus dem Ruder gelaufen ist, sind für das Leben des Einzelnen, unsere Gesellschaft und im Bezug auf die Folgekosten nicht zu verantworten, wenn man weiß, dass frühe Hilfe dies hätte verhindern können.

Mit den besten Grüßen,
Ihre

Julia May
stellvertretende Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion

 
 

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