NeueLu März/ April 2016

Kinderarmut in Ludwigshafen

Kinderarmut in Deutschland ist nicht vergleichbar mit hungernden Kindern in Afrika und doch gibt es sie auch bei uns in Ludwigshafen. Und zwar mit ca. 25 % aller Kinder unter 15 Jahren. Dies ist deutlich über dem Durchschnitt von ca. 13 % der Kinder in Rheinland-Pfalz. Armut in Deutschland ist oft versteckt und voller Scham. Gerade Kinder sind von vielen Angeboten ausgeschlossen und erfinden „tolle“ Ausreden warum sie nicht mitmachen können. In der Schule fehlt es an Stiften, bei der Klassenfahrt ist man krank, Turnschuhe sind zu klein weil das Geld für neue fehlt. Auch bei Geburtstagsfeiern wird man nicht mehr ein-geladen, da das Geld für die Gegeneinladung oder auch für ein Geschenk nicht vorhanden ist. Kicken auf der Straße statt im Sportverein, vom Erlernen eines Musikinstruments ganz abgesehen! Diese Kinder werden dadurch zum Außenseiter und möglicherweise auch ver-haltensauffällig.

Natürlich bekämpfen wir, die Politik und insbesondere die SPD in Ludwigshafen, die Ur-sachen mit Unterstützungsangeboten in vielen Bereichen. Gerade für Allein Erziehende ist ein gutes Betreuungsangebot durch beitragsfreie Kindertagesstätten, Ganztagsschulen sowie betreuende Grundschulen und Hort eine wesentliche Voraussetzung aus der Armutsfalle zu kommen. „Allein Erziehend“ ist mittlerweile zum größten Armutsrisiko geworden. Oft sind Geldschwierigkeiten und mangelnde Erfahrung und Überforderung im Umgang mit Kindern der Anlass, dass es zu einer Trennung in der Partnerschaft kommt. Daher muss sehr früh die Familie unterstützt werden. Und dies will und wird die SPD-Stadtratsfraktion auch entspre-chend fördern. So ermöglicht das Programm „Guter Start ins Kinderleben“ schon bei der Geburt Ängste und Probleme wahrzunehmen und somit Hilfe anzubieten. Wenn die Groß-familie nicht mehr als Netz funktioniert, braucht man ein anderes Angebot. Z.B. Beratungs-stellen wie Pro Familia oder die Erziehungsberatungsstellen der Stadt und der Caritas.

Erfolgreich war die SPD auch bei ihrem Einsatz für den Erhalt der Jugendfreizeitstätten und der wichtigen Stadtranderholung in unserer Stadt. Trotz anfänglichem Widerstand durch andere. Gute Maßnahmen, wie der Sozialfonds für das Mittagessen, wurden durch das Land übernommen. Auch das Bildungs- und Teilhabepaket wurde maßgeblich von der SPD voran-getrieben. Aus diesem Topf können unter anderem auch Beiträge für Sportvereine bezahlt werden.

Wichtig ist auch die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Unsere langjährige Forderung trägt nun seine Früchte und kommt auch allein Erziehenden zu Gute. Seit Januar ist das Sozialticket in Ludwigshafen am Start und soll gerade sozial schwacher Menschen, die zu Ämtern oder zu Vorstellungsgesprächen müssen, die Hürden nehmen.

Es müssen weiterhin viele kleine Schrauben gedreht werden, um gleiche Chancen für die Menschen zu erreichen. Kindern muss die Teilhabe an unserem durchschnittlichen Lebens-standard ermöglicht werden, damit sie in der Lage sind ihr Leben als Erwachsen selbst in die Hand nehmen zu können. Die Verantwortung für ihre Kinder tragen letztlich aber die Eltern! Die Politik kann dafür nur ein Netzwerk in unserer Stadt anbieten, damit dies gut gelingt.

Die SPD-Stadtratsfraktion wird sich hierfür weiterhin einsetzen. Wir wollen Kinder und Jugendliche stark machen für den Start in ein selbstbestimmtes Leben.

Ihre Anke Simon, MdL

Jugendpolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion

 

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