September/Oktober 2011

Sozialdemokratische Kulturpolitik für Ludwigshafen

Wilhelm-Hack-Museum, Ernst-Bloch-Zentrum und das Theater im Pfalzbau sind wichtige Kulturinstitutionen unserer Stadt, die es zu erhalten gilt. Für Sozialdemokratinnen ist es ein wichtiges Ziel, dass diese großen Kultureinrichtungen für alle Bevölkerungsgruppen da sind.

Das erfordert u.a. auch eine entsprechende Preispolitik, die es allen Bürger/innen ermöglicht, die Angebote zu nutzen. Die SPDStadtratsfraktion setzt sich deshalb für die Erhaltung des eintrittsfreien Samstags im Wilhelm-Hack-Museum ein. Schulklassen zahlen keinen Eintritt, wenn sie das Wilhelm-Hack-Museum besuchen. Das Theater bietet günstige Schülertarife an, die Bibliothek ist für Kinder und Jugendliche kostenlos nutzbar. Die Sanierung der meistbesuchten Kultureinrichtung in unserer Stadt, der Stadtbibliothek, ist uns ein besonderes Anliegen. Wir sind froh, dass das kaputte Dach und weitere Mängel im Gebäude mit Unterstützung der EU nun saniert werden können.

Ein Thema, das uns auch in Zukunft weiter beschäftigen wird, ist die Verteilungsgerechtigkeit zwischen „großer“ und „kleiner“ (sogenannter freier) Kultur. Der Kultursommer hat auch dieses Jahr wieder gezeigt, wie Vereine und bürgerschaftliche Initiativen mit einer verhältnismäßig geringen Unterstützung durch die Stadt ein buntes Kulturangebot schaffen. Neben Kulturangeboten, die auch überregional Aufmerksamkeit erzeugen, sind es die Künstler und Kulturinitiativen vor Ort, die für ein lebendiges städtisches Leben sorgen. Das Straßentheaterfestival, hat ein weiteres Mal sehr deutlich gezeigt, dass sich die breite Öffentlichkeit für Kultur interessieren kann, die Auseinandersetzung der Inselsommerbesucher mit der Kunst auf der Parkinsel belegt, dass auch sogenannte „kunstferne“ Gruppen ganz nah an Kunst herankommen können.

Die Kulturpolitik der Zukunft muss sich daran messen lassen, wie sehr sie gerecht und für alle wirksam ist. Wir werden darüber streiten müssen, was angesichts der desolaten finanziellen kommunalen Finanzlage kulturpolitisch wirklich wichtig ist. Ist ein überregional auffallendes Projekt wie der „Ring“ wichtig, ein Projekt, dass – dem Diktum Bertolt Brechts folgend – aus dem kleinen Kreis der Kenner einen größeren macht? Und dies mit beträchtlichem Kostenaufwand. Oder brauchen wir nicht vielmehr mehr Förderung für diejenigen Projekte, die nachweislich ansonsten eher »kulturferne« Zielgruppen erreichen?

Unsere Kulturpolitik ist dem Ziel einer lebendigen und gerechten Gesellschaft verpflichtet, in der sich alle beteiligen (können) und kulturelle Bildungschancen für alle nutzbar werden. Deshalb setzen wir uns auch für ein Konzept interkultureller Kulturarbeit ein, deshalb plädieren wir für eine Neukonzeption unseres Stadtmuseums mit Berücksichtigung der Geschichte der Arbeiterbewegung und der Einwanderergeschichte (sei es aus der Hinterpfalz oder Anatolien). Unsere Kultureinrichtungen in Ludwigshafen sind nicht nur durch die finanzielle Misere sondern auch durch den gesellschaftlichen Wandel („bunter und älter“) gefordert.

Wir sind überzeugt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diesen Herausforderungen mit Engagement und Kompetenz begegnen. Für die politischen Leitlinien engagieren und streiten wir uns im Rat - und im Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern Ludwigshafens.

Herzliche Grüße
Ihre

Eleonore Hefner
Kulturpolitische Sprecherin

 
 

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