September/ Oktober 2015

Inklusion - Elternwille zählt!

Inklusion bedeutet sinnbildlich dabei sein und nicht daneben stehen. Seit Deutschland 2007 die UN-Behindertenrechtskonvention unterschrieben hat, haben sich viele staatliche Ebenen auf den Weg gemacht die rechtlichen sowie die praktischen Regeln zu überprüfen. Ein gleichberechtigtes Zusammenleben übt man am Besten von Kindesbeinen an ein. In Ludwigshafen kann man das bereits im Kindergarten erleben. Besonders gefreut hat mich, dass die integrative Kindertagesstätte „Sonnenblume“ der Lebenshilfe für Behinderte bereits vor ein paar Jahren den umgekehrten Weg gegangen ist und sich für Nichtbehinderte geöffnet hat.

Auch bei den Schulen in Ludwigshafen gibt es die Wahl zwischen mehreren Förderschulen und Schwerpunktschulen. Eltern werden zuerst beraten und entscheiden danach welche Schule für ihre Kinder geeigneter ist. Der Elternwille zählt! Um die nötigen Voraussetzungen an den Schulen schaffen zu können, hat das Land den Kommunen jährlich 10 Millionen EUR zugesagt. Mit der Erich-Kästner und der Bliesschule stehen zwei Grundschulen als Schwerpunktschulen in Ludwigshafen zur Verfügung. Alle Integrierten Gesamtschulen sind automatisch auch Schwerpunktschulen, sodass den Behinderten auch alle Schulabschlüsse offen stehen. Viele Erwachsene haben gegenüber dieser gemeinsamen Beschulung Vorbehalte, weil sie Nachteile entweder für die Behinderten oder für die Nichtbehinderten befürchten. Kinder gehen damit viel unbefangener um und lernen soziales Verhalten und Verantwortung gegenüber Menschen, die nicht sind wie sie - eben „ganz normal anders“!

In der Lehrerausbildung ist Inklusion als ein weiterer Baustein hinzugefügt worden um allen Lehrkräften Grundlagen zur Förderung und Unterstützung individueller Stärken zu vermitteln. Dies soll aber auf keinen Fall Förderlehrer ersetzen, die weiterhin an Förderschulen und in Schwerpunktschulen unterrichten. Es wird mittelfristig unsere Schulgemeinschaften verändern. Und Stück für Stück wird es in unserer Gesellschaft selbstverständlicher, dass Behinderte mitten in unserer Gesellschaft leben, an Bildung teilhaben, mit uns Sport treiben, mit uns arbeiten und sich kulturell einbringen. Integrationshelfer/innen helfen den Behinderten die Hürden zu überwinden und unterstützen sie in ihrem Alltag individuell nach Bedarf.

Einschränkungen können auch baulicher Art sein. Daher wurde auch die Landesbauordnung verändert und unter anderem einen Fokus auf barrierefreie Zugänge und behindertengerechte Wohnungen gelegt. Diese Anpassung bei Neubauten verbessert das Angebot an Wohnungen für Behinderte und fördert das selbstbestimmte Leben außerhalb von Heimen.

Im letzten Jahr hat die SPD-Fraktion erreicht, dass ein Behindertenbeirat eingerichtet wurde. Und mit Hans-Joachim Weinmann wurde der erste Stadtrat vom Rat zum Behindertenbeauf-tragten unserer Stadt gewählt.

Barrierefreiheit in den Köpfen, in den Gebäuden und auf den Straßen nützt auch Familien und älteren Mitbürger/innen. Es macht unsere Gesellschaft sozialer und somit auch menschlicher!

Ihre

Anke Simon, MdL

Jugendpolitische Sprecherin

 

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